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News


Lorenzo bleibt cool in Hitzeschlacht und feiert Heimsieg beim Gran Premi de Catalunya

06 Juni 2013

Valentino Rossi

MotoGP NEWS: Runde 6 - GP de Catalunya - Bridgestone Rennbericht inklusive Interview mit MotoGP-Fahrer Stefan Bradl

FIM MotoGP™ World Championship 2013, Runde 6: Gran Premi de Catalunya – Rennbericht
Circuit de Catalunya (Montmelo / Spanien), Sonntag 16. Juni 2013
Bridgestone Reifenmischungen (Slick): Vorne: Medium & Hart; Hinten: Soft, Medium & Hart (Asymmetrisch)
Bridgestone Regenreifen: Hart (Hauptoption), Soft (Alternative)
Wetter: Trocken. Lufttemperatur 31-32 Grad; Asphalttemperatur 55-57 Grad (Bridgestone Angaben)

Yamaha-Werkspilot Jorge Lorenzo fuhr am Sonntag zum zweiten Mal hintereinander als Sieger eines MotoGP™ Rennens über die Ziellinie. Dank einer Meisterleistung feierte der regierende Champion bei brütender Hitze auf dem Circuit de Catalunya einen tollen Heimsieg.

Lorenzo fabrizierte einen mustergültigen Start und führte das Feld bereits durch die erste Kurve an, bevor er bei extrem heißen Bedingungen die Konkurrenz cool kontrollierte. Erst in den letzten Runden schaffte es der Spanier sich von seinem ersten Verfolger, Repsol Hondas Dani Pedrosa, etwas abzusetzen. Lorenzo sah die Zielflagge mit 1,763 Sekunden Vorsprung auf Pedrosa, während Marc Marquez nur eine Zehntelsekunde hinter seinem Repsol Honda-Teamkollegen als Dritter ins Ziel kam. Auf seinem Heim-Circuit war Power Electronics Aspar-Pilot Aleix Espargaro der bestplatzierte CRT-Pilot. Zum zweiten Mal in Folge wurde er Achter.

Extrem heißes Wetter zum Zeitpunkt des Rennens am Sonntagnachmittag führte zu Asphalttemperaturen mit einem Spitzenwert von 57 Grad. Wegen der Hitze war der Grip-Level niedriger, von dem her wählten alle Fahrer den weicheren Slick für hinten, um maximalen Seiten-Grip des Reifens für vielen langgezogenen Kurven auf dem 4.727 Meter langen Circuit de Catalunya zu bekommen. Bis auf einen Starter war die Wahl des Vorderreifens sehr ausgeglichen. Dieser Fahrer entschied sich für die weichere Option, nämlich für die mittelweiche Mischung, während der Rest des Teilnehmerfeldes auf den harten Slick für vorne für das Rennen über 25 Runden vertraute. Der härtere Slick bietet mehr Stabilität beim Bremsen und im Kurveneingang, selbst wenn dieser um die Spur weniger Grip an der Kante in voller Schräglage bietet.

Lorenzos Sieg und die 25 Punkte dafür bedeuten, dass der Mallorquiner nur noch sieben Punkte hinter Pedrosa in der MotoGP Weltmeisterschaft liegt, während Marques als Dritter 30 Zähler Rückstand auf Lorenzo hat.

Shinji Aoki - Manager, Bridgestone Motorsport Tyre Development Department
“Die heutigen Bedingungen waren die heißesten an einem Renntag bisweilen in diesem Jahr. Die Hitze führte zu einem schmierigen Asphalt-Belag, was für die Piloten eine zusätzliche Herausforderung darstellte. Wegen der extrem hohen Temperaturen war ein behutsames Umgehen mit den Reifen besonders wichtig; vor allem mussten die Piloten mit der Belastung des Vorderreifens mit vollem Tank während der Auftaktrunden auf der rutschigen Piste höllisch aufpassen, und später dann ab Halbzeit der Distanz dem Reifenverschleiß – im Besonderen dem Hinterreifen – ihre Aufmerksamkeit widmen. Selbst wenn es noch so heiß war hatte sich keiner der Fahrer für die härtere Option für hinten entschieden, da sie auf besseren Seiten-Grip der weicheren Option viel Wert legten. Angesichts der für die Reifen schwierigen Bedingungen funktionierte der weiche Slick für hinten einwandfrei.”

Jorge Lorenzo, Yamaha Factory Racing – Sieger
“Das war heute das heißeste Rennen des Jahres und vor allem war es körperlich sehr anstrengend. Es gelang mir ein besserer Start als angenommen und dank diesem konnte ich gleich Cal und Dani überholen. Danach versuchte ich nur noch meinen Rhythmus zu halten. Die meiste Zeit war Dani knapp hinter mir, jedoch in den letzten fünf Runden konnte ich einen kleinen Vorsprung herausfahren. Es war ein ganz besonderes Rennen vor den vielen heimischen Fans.”

Stefan Bradl, LCR Honda MotoGP – 5.
Herr Bradl, Gratulation zu diesem fünften Rang! Nach Rang vier zuletzt in Mugello jetzt gleich wieder unter den ersten Fünf, jetzt geht es aufwärts, oder? Und ging es nach P4 in Mugello für Sie am vergangenen Wochenende lockerer von der Hand?
“Vielen Dank! In jeden Fall sind die letzten zwei Rennen sehr gut verlaufen für uns. Hoffentlich geht es so weiter. Zur zweiten Frage ist zu sagen, dass wir jedes Wochenende von neuem angehen und uns Schritt für Schritt herantasten. Natürlich tut es gut mit einem Ergebnis, wie dem von Mugello, ins nächste Rennwochenende zu gehen. Es ist gut für das Selbstvertrauen, aber letztendlich beginnt jeder Grand Prix bei Zero.”

Wie anstrengend war es am Sonntag bei dieser extremen Hitze?
“Die körperliche Anstrengung war weniger groß. Ehrlich gesagt hatte ich es mir schlimmer vorgestellt. Das größere Problem war allerdings der limitierte Grip-Level aus Sicht der Reifen. Man musste höllisch aufpassen, dass das Vorderrad nicht einklappt, weil wegen der hohen Asphalttemperaturen die Piste extrem schmierig geworden ist. Es war sehr schwierig alles zu kontrollieren. Von dem her waren wir ein wenig eingeschränkt. Im Großen und Ganzen war es ein gutes Rennen und das Resultat passt.”

Sie sind also mit dem Wochenende zufrieden, obwohl es schleppend begonnen hatte?
“Ja, mit diesem Wochenende können wir zufrieden sein. Es war uns von vornherein klar, dass es nicht einfach wird, weil die Reifen bei dieser Hitze logischerweise früher abbauen.”

In der Anfangsphase des Rennens sind unmittelbar vor Ihnen einige Stürze passiert. Inwieweit haben diese Sie beeinflusst?
“Im Prinzip gar nicht, weil ich mit mir selber voll und ganz beschäftigt war. Ich hatte das Gefühl, dass ich absolut am Limit war, es wäre meiner Meinung nach nicht mehr schneller gegangen. Ich musste sehr aufpassen auf das Vorderrad und die Stürze im ersten Renndrittel haben mein Gefühl bestätigt. Es war bis zur letzten Runde eine Mammutaufgabe das Motorrad überhaupt ins Ziel zu bringen, weil man in jeder Kurve easy ausrutsche hätte können. Und anhand der Rundenzeiten, die stark nachgelassen haben, ist zu erkennen, wie schwierig die Bedingungen waren.”

Erforderten diese Bedingungen eine Anpassung des Fahrstils während der Renndistanz?
“Ja, auf jeden Fall! Mit zunehmender Distanz hat der Seiten-Grip mehr und mehr nachgelassen und von dem her muss man den Fahrstil ändern. Man muss das Motorrad im Kurvenausgang noch früher aufrichten.”

Wie hart ist es ein Wochenende zu überstehen, an dem es an jeden Tag über 30 Grad hat?
“Wie man sieht kann man danach auch noch drei, eigentlich waren es ja nur zwei, Test-Tage absolvieren. Natürlich sind Verhältnisse wie am vergangenen Wochenende alles abverlangend. Aber wir trainieren hart für diesen Sport und wir haben gute Physiotherapeuten, die uns bestens vorbereiten. Am Rennwochenende selbst gibt es am Ende jeden Tages eine perfekte Massage. Unser Körper wird behutsam gepflegt, was auch ganz wichtig ist, damit wir diese Leistungen bringen können. Aber jetzt nach dem Barcelona-Wochenende, den Tests am Montag und am Mittwoch in Aragon ist in der kurzen Pause bis Assen Erholung und relaxen angesagt. Bis auf leichte Übungen wird bestimmt kein intensiver Sport betrieben. Nur so viel, um die Batterien wieder aufzuladen.”

Wie war die Performance der Reifen an diesem Wochenende?
“Die Qualität der Reifen war einwandfrei. Erstaunlich war nur, dass der harte Hinterreifen überhaupt nicht funktioniert hat. Dieser wurde von keinem einzigen Fahrer benutzt. Die harte Mischung für vorne war hingegen ok. Aber dadurch, dass der Hinterreifen schnell abgebaut hat, übertrug sich dieser Umstand auch auf den Vorderreifen, der deswegen mehr beansprucht wurde, was natürlich auf Kosten der Haltbarkeit ging. Grundsätzlich war es schwierig mit den Reifen über die Distanz zu kommen, was aber hauptsächlich auf die Hitze zurückzuführen ist.”

Ist Barcelona eine Ausnahme, dass die Piste bei extremer Hitze dermaßen schmierig wird?
“Bestimmt spielen diesbezüglich mehrere Faktoren zusammen, wie zum Beispiel die Asphalt-Beschaffenheit, dem Grip-Level hier im Generellen und vielleicht auch am Layout der Anlage. Aber genauer weiß ich es nicht.”

Beim Test in Aragon sind Sie auch einen 2014er Prototyp gefahren. Was können Sie dazu sagen?
“Ich bin damit am Dienstag im Regen nur ein paar Runden gefahren und dann am Mittwoch bei trockenen Bedingungen insgesamt 14 Runden. Dieses neue Motorrad ist bestimmt gut, aber ein großer Unterschied konnte in der kurzen Zeit nicht festgestellt werden. Ich war damit schneller, als mit meiner diesjährigen Rennmaschine, was aber aufgrund frischer Reifen zustande kam. Es war nicht mehr als ein Funktionstest, jedoch mit dem Unterschied, dass man bei Honda anhand der gefahrenen Runden doch einige wertvolle Daten sammeln konnte.”

Was waren die Hauptaufgaben für die Tests in dieser Woche?
“Bis auf den verregneten Dienstag verliefen beide Tests sehr aufschlussreich. Zum Glück besserten sich die Bedingungen für den Mittwoch, ansonsten hätten wir einen Tag anhängen müssen. In erster Linie arbeiteten wir am 2013er Motorrad, um dieses weiterzuentwickeln und das Setting noch besser abzustimmen. Dabei ging es darum das Gefühl beim Bremsen zu verbessern und mehr Stabilität für vorne wieder zu finden. Diesbezüglich wurden einige Neuerungen getestet, die unser Zulieferer des Brems-Systems zu diesem Test gebracht hat. Seitens von Honda gab es keinen neuen Teile. Alles in Allen waren es positive Tage, die uns bestimmt weitergebracht haben.”

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Spitzentemperaturen und schmieriger Asphalt stellten hohe Herausforderungen an Fahrer und Reifen.